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09.04.2018

eBike Tag im Radstudio Söndgerath

Dennis Kordt (re.) stellte Maximilian Semsch den Besuchern vor 

Dennis Kordt (re.) stellte Maximilian Semsch den Besuchern vor 

Weltenbummler Maximilian Semsch zu Gast 

Von Dieter Hombach

Im Jahr 2017 wurden laut ZIV 720.000 eBikes verkauft. Das ist ein Plus von 19 % gegenüber dem Vorjahr. Damit konnten Pedelecs ihren Marktanteil am Gesamtfahrradmarkt deutlich steigern. Mittelfristig rechnet man inzwischen mit einem jährlichen Anteil des eBike am Gesamtfahrradmarkt von 25 %, langfristig sogar mit bis zu 35 %. So war es am Samstag vergangener Woche nicht verwunderlich, dass die Kunden und Interessenten diesem Trend folgend, im Ranzeler Radstudio Söndgerath Schlange standen. Hier hatte der Kunde die Qual der Wahl, denn er konnte unter 100 eBike Modellen vieler namhafter Hersteller auswählen. Davor suchten die potenziellen Kunden aber meist ein Fachgespräch mit Inhaber Dennis Kordt und seinen Mitarbeitern, denn der Markt für eBikes ist für den Laien unübersichtlich und eine gründliche Beratung daher sehr empfehlenswert. Zuerst gilt es aber, eine grundsätzliche Entscheidung zu treffen. Will man ein Elektrofahrrad, auch Pedelec genannt, mit einer elektrischen Tretkraftunterstützung von bis zu 25 km/h oder soll es ein S-Pedelec, ein Elektrofahrrad sein, das bis zu 45 km/h schnell ist. Da an eBikes höhere Anforderungen in puncto Stabilität und Sicherheit gestellt werden, sollte der Kunde hier weniger auf den Preis als auf die Qualität achten und sich nicht nur gut beraten lassen, sondern auch eine Probefahrt wagen. Mittlerweile gibt es neben den sogenannten Touringfahrrädern auch ein hochwertiges Angebot an Mountainbikes mit elektrischer Tretkraftunterstützung. Sogar die Profis im Mountainbikesport nutzen immer mehr solche Fahrräder. Natürlich hat Dennis Kordt, der Inhaber des Radstudios Söndgerath, auch viel Fahrräder ohne elektrischen Rückenwind auf Lager. „Wir haben hier auch ständig 400 normale Fahrräder vorrätig. Allerdings muss man feststellen, dass der Trend zum eBike geht. Das Alter unserer Kunden liegt bei 60 Plus und es herrscht am Anfang noch eine gewisse Skepsis. Aber nach einer kurzen Eingewöhnungszeit wollen sie nicht mehr vom eBike lassen und fahren mit einem strahlenden Lächeln vom Hof,“ so Dennis Kordt. Bei bestem Frühlingswetter war es den ganzen Samstag über ein Kommen und gehen. Es gab viele Fragen zu beantworten, wobei ein Top Mountainbike im Vordergrund des Interesses bei den jüngeren Besuchern stand. Ein sogenanntes Enduro eBike, mit einem 8000er, im Rahmen verbauten Shimano Motor und Vollfederung. Das Rad hat eine Nutzlast von 135 Kilogramm, ist mit 29 Zoll Felgen bereift und die Sattelstütze lässt sich während der Fahrt verstellen. Allerdings muss man für dieses Rad auch rund 4.800 Euro hinblättern. Dass auch Profis mit dem eBike unterwegs sind, erfuhren viele Kunden am späten Abend, denn das Radstudio hatte zu einem Vortragsabend eingeladen. Dazu konnte man den Weltenbummler Maximilian Semsch gewinnen, der mittels Dia- und Filmvortrag von seinen Weltreisen berichtete. Zuerst noch mit dem Bus unterwegs stellte er fest, dass man dabei nicht soviel sehen konnte. Also kaufte er sich in China sein erstes Fahrrad. Er machte eine dreijährige Weltreise, fuhr in sieben Monaten von München nach Singapur und hatte nach 16.000 Kilometern Australien umrundet. „In vier Jahre habe ich 30 Länder besucht, aber von Deutschland kannte ich nichts,“, so Maximilian Semsch. Er wollte dem eigenen Land eine Chance geben, wie er sagte, und machte sich auf, Deutschland mit dem Rad zu erkunden. Semsch berichtete sehr anschaulich und humorvoll von seinen Erlebnissen. Er zeltete unterwegs wild, berichtete von ausgefallen Unterkünften, vielen Überraschungen und dem Zusammentreffen mit unterschiedlichen Fahrradfahrern, die ihn hin und wieder begleiteten. Einer von ihnen war der ehemalige Weltklasse Skispringer Jens Weißflog, der ihm seine Heimat, das Erzgebirge, mit dem eBike zeigte. „Mein Konzept „Zeig mir deine Heimat“, mit dem ich über die sozialen Medien Mitfahrer gesucht habe, ging voll auf. Es ist landschaftlich schön vor der eigenen Haustüre. Reisen bedeutet, viele Überraschungen erleben. Daher kann ich nur jeden auffordern, es nachzumachen,“ so Semsch, zum Abschluss seines Vortrags unter freiem Himmel.