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04.07.2018

Wenn der Schmied den Hammer schwingt

Manchmal ist auch viel Muskelarbeit beim Schmieden gefragt

Manchmal ist auch viel Muskelarbeit beim Schmieden gefragt

Tag der offenen Tür im Schmiedemuseum

Von Dieter Hombach

Strahlend blauer Himmel, Temperaturen bis an die 30 Grad und eigentlich ideales Schwimmbadwetter. Aber trotzdem kamen viele Besucher am Sonntag nach Lülsdorf, um beim Tag der offenen Tür einen Blick in die „Alte Schmiede“ werfen zu können. Eingeladen hatte die Interessengemeinschaft Schmiedemuseum „Alte Schmiede“ zu Niederkassel-Lülsdorf am Rhein e. V., ein Zusammenschluss von begeisterten Hobbyschmieden und Menschen, die ein aussterbendes Handwerk der Nachwelt erhalten möchten. Schon von Weitem hörte man die rhythmischen Hammerschläge, mit denen glühendes Eisen in Form gebracht wird. Im Inneren des unter Denkmalschutz stehenden Lülsdorfer Schmiedemuseums knubbelten sich die Besucher dicht an dicht, als Schmied Werner Klick mit rhythmischen Hammerschlägen ein glühendes Stück Eisen in Form brachte. Klick hatte vor acht Jahren erstmals die Schmiede betreten und war sofort von diesem Handwerk fasziniert. „Ich habe schnell gefallen am Umgang mit Feuer und glühendem Eisen gefunden. Um meine Fertigkeiten zu verbessern, habe ich in den letzten Jahren viele Kurse deutschlandweit besucht und meinen Abschluss als Damastschmied gemacht,“ so Klick. Am Sonntag zeigte er seinen Kunstfertigkeit den Besuchern, die sich einen Flaschenöffner als Demonstrationsstück gewünscht hatten. Um die alte, aber voll funktionsfähige Esse herum, traten sich Groß und Klein fast auf die Füße. Fasziniert schauten vor allem die Kinder zu, wie das glühend rote Eisen aus der lodernden Glut geholt wurde und unter den Hammerschlägen dann die Funken stoben. Neben der Esse gibt es in dem winzigen Raum weitere Gerätschaften, wie Hammer, Stanze, Bohrwerk und Drehbank, die von einem Elektromotor über Transmissionsriemen angetrieben werden. Angefangen hatte alles im Jahre 1888, als der Schmied Jakob Breuer die kleine Schmiede errichtete. Im Vorraum der Schmiede sieht es so aus, als käme der Schmied gleich zurück an seinen Arbeitsplatz. Hier hängen an den Wänden Exponate einer fast ausgestorbenen Handwerkskunst. Mit viel Liebe und Engagement haben die Mitglieder der Interessengemeinschaft viele Gegenstände zusammengetragen, die beinahe auf dem Schrottplatz gelandet wären. Von der Kommunionbank über den Hundepflug bis hinzu einer Egge haben sie eine beachtliche Sammlung zusammengetragen, die sie nicht nur pflegen, sondern auch ständig erweitern. Zur Mittagszeit loderte nicht nur die Glut in der Esse, sondern auch im Grill. Zum gemütlichen Plausch bei Bratwurst und Kölsch sowie Kaffee und Kuchen konnten sich die Besucher im Schatten kleiner Pavillons niederlassen und mit Muße die Atmosphäre eines leider aussterbenden Handwerks genießen. Auch um die Schmiede herum gab es Interessantes zu entdecken. Schmiedeerzeugnisse wie Messer, Fische, Flaschenöffner und Kerzenhalter waren hier ausgestellt und vor der Türe standen Oldtimer, vom Traktor bis zum Motorrad. Spannend wurde es am Nachmittag, denn dann konnte die Besucher die Schmiedeprodukte des Tages bei einer Versteigerung erstehen. Für die Kinder, die mit Eltern oder Großeltern zur Schmiede kamen, hatte man eine große Hüpfburg und weitere Spielgeräte aufgebaut.

 Weitere Infos unter www.alte-schmiede-luelsdorf.de