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11.09.2018

Tag des offenen Denkmals

H. Seemayer, J. Schnabel und Dr. A. Lagemann begrüßten die Besucher vor dem Rathaus

H. Seemayer, J. Schnabel und Dr. A. Lagemann begrüßten die Besucher vor dem Rathaus

Josef Schnabel verabschiedet sich nach 25 Jahren

Von Dieter Hombach 

Der diesjährige Tag des offenen Denkmals stand zwar unter dem Motto: „Entdecken, was uns verbindet“, aber das Hauptaugenmerk war auf den Leiter der Exkursion durch Niederkassel, Josef Schnabel, gerichtet. Es war die 25. Denkmalfahrt, die Josef Schnabel, der Beauftragte für Denkmalpflege der Stadt Niederkassel, am Samstag organisiert und akribisch vorbereitet hatte. Leider war das auch seine letzte Fahrt. „Mit dieser 25. Denkmalfahrt mache ich Schluss und werde per 31. 3. 2019 auch mein Ehrenamt nach über 25 Jahren aufgeben und Unruheständler werden,“ teilte Schnabel vorab mit. Begrüßt wurden die rund 50 Teilnehmer vor dem Rathaus von der stellvertretenden Bürgermeisterin Hildegard Seemayer, dem Leiter des Bauamtes Dr. Arndt Lagemann und Sabine Manheller von der Unteren Denkmalbehörde des Rhein-Sieg-Kreises. Bei der Fahrt mit einem modernen Reisebus zu den einzelnen Denkmalstationen ließ Schnabel die Geschichte Niederkassels wieder lebendig werden. Humorvoll und mit viel Fach- und Sachverstand wusste Schnabel nicht nur Geschichtliches beizutragen, sondern brachte auch Anekdoten oder eigene Erlebnisse pointiert unter die Teilnehmer. In Lülsdorf begrüßten die Schmiedemeister des Alten Schmiedemuseums die Exkursionsteilnehmer an der lodernden Esse und demonstrierten ein fast ausgestorbenes Handwerk. In Ranzel stand ein Besuch des liebevoll restaurierten alten Turms der ehemaligen St. Ägidius Kapelle auf dem Programm. Hier konnte man den Trum besteigen und sogar einmal beim „Baiern“ lauschen. Dann ging es 7300 Jahre zurück in die Jungsteinzeit. Hier, in der Nähe des Weilerhofs, wurde bei Grabungsarbeiten zur Trasse der L269, eine der ältesten Jungsteinzeit-Siedlungen in NRW entdeckt. Die vor rund 7300 Jahre gefundenen bandkeramischen Stücke sind heute im Bonner LVR - Landesmuseum ausgestellt. Uckendorf war ein weiterer Punkt der Rundfahrt, wo Schnabel zum Grundriss der alten Kapelle sowie den Fußfallstationen interessante Informationen hatte. Leider musste man auch feststellen, dass das Elisenkreuz mutwillig zerstört worden war. Das Antonius-Heiligenhäuschen in den Feldern von Rheidt und der Judenfriedhof sowie die ehemalige Synagoge in Mondorf waren die letzten Punkte einer überaus informativen Denkmaltour. Wie bei vielen vorangegangenen Fahrten ließ man den Tag bei Kaffee und Kuchen im Mondorfer Café Hünten ausklingen und lauschte den Versen von Lothar Schwarz zur gerade erlebten Denkmalfahrt. Da kündigte sich mit Bürgermeister Stephan Vehreschild ein Überraschungsgast an. Er hatte es sich nicht nehmen lassen, Josef Schnabel für sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Wirken zu danken. Dafür gab es vom Bürgermeister eine Urkunde und etwas Praktisches: eine Wolldecke mit dem Wappen der Stadt Niederkassel sowie mehrere Flaschen edlen Rebensaftes. Mit Dr. Arndt Lagemann steht auch schon ein Nachfolger in den Startlöchern, der gemeinsam  mit Sabine Manheller zukünftig die Denkmalfahrten organisieren wird. Die Teilnehmer waren jedenfalls alle, bis auf die 9-jährige Carlotta, begeistert von der informativen Reise durch die Jahrhunderte. Aber als Mutter Claudia ein dickes Eis spendierte, besserte sich die Laune ihrer Tochter schlagartig.