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24.11.2018

Stadtbahn Bonn-Niederkassel-Köln rückt etwas näher

Guter Wert bei der Nutzen-Kosten Analyse

Von Dieter Hombach

Überraschend wenig Besucher waren zur Sitzung des Umwelt- Verkehrs- und Planungsausschusses (UVP) ins Kasino der Evonik gekommen, stand doch mit der Stadtbahn ein wichtiger Tagesordnungspunkt für viele Niederkasseler Bürger auf dem Programm. Das lag aber gewiss daran, dass das mit Spannung erwartete Ergebnis einer Kosten-Nutzen Analyse schon einen Tag zuvor in Bonn vorgestellt worden war. Christoph Groneck, Referent des Rhein-Sieg-Kreises, erläuterte die Eckpunkte der geplanten Stadtbahnverbindung von Bonn über Niederkassel nach Köln. Dabei konnte er den Ausschussmitgliedern einen Kosten-Nutzen-Wert von 1,5 für eine der untersuchten Stadtbahnvarianten verkünden. Die Vorzugsvariante verläuft vom Bonner Hauptbahnhof über die Siegniederung und kann dann über die bestehende Trasse des „Rhabarberschlittens“ Richtung Langel/Zündorf weitergeführt werden. Von dort aus soll die Stadtbahn zwischen Lülsdorf und Langel den Rhein queren, um linksrheinisch an die Rheinuferbahn angeschlossen zu werden. Seitens der Politik freute man sich über den guten Wert und sah dadurch auch gute Chancen, entsprechende Fördermittel zu bekommen. Einige Anwohner, die an der geplanten Stadtbahnstrecke wohnen und Lärmbelästigungen von den Stadtbahnen, die im 10- bzw. 20- Minuten-Takt fahren sollen, befürchten, murrten in den hinteren Reihen und auch in den sozialen Netzwerken meldeten sich die Betroffenen. Eine Absage erteilte der Gutachter einer gemeinsamen Schienennutzung von Stadtbahn und den Güterzügen der Evonik. Hier schlägt er eine neue Güterzugtrasse entlang der L82/L269 und nördlich oder südlich von Libur in Richtung der DB-Gleise vor; Anbindung etwa in Höhe der Biogasanlage. Wer die Güterzugtrasse finanzieren wird, ist aber noch offen. Die Stadtbahn soll in das Hochflurnetz von Bonn und Köln eingebunden werden. Realisiert werden soll die Stadtbahn zunächst in dem Abschnitt von Bonn über die Siegaue bis nach Mondorf. Hier tun sich aber große zeitliche und auch finanzielle Probleme auf, denn die Siegbrücke wurde schon 1976 eröffnet und letztmals 2001 einer Belastungsprobe unterzogen. Es wird wohl ein Brückenneubau notwendig werden, auch um eine zweigleisige Strecke bauen zu können. Ebenfalls müsste die Straße durch die Siegaue für eine Zweigleisigkeit verbreitert werden. Der zweite Abschnitt würde zweigleisig über die Trasse des „Rhabarberschlittens“ geführt und im dritten Abschnitt könnte man die Rheinquerung der Stadtbahn über eine Brücke mit einem Radweg angehen. Es wird also noch sehr viel Wasser den Rhein herunterfließen, bevor die erste Stadtbahn durch Niederkassel fährt. Viel hängt derzeit noch vom Projekt der Rheinquerung und der Verbindung der Autobahnen A 553, A 555 und A 59 ab, auch wenn die Stadtbahn als ein eigenständiges Projekt und unabhängig von der Rheinquerung geplant wird. Sollten sich beim Linienfindungsverfahren für die Rheinquerung und den Plänen für die Stadtbahnvariante Übereinstimmungen ergeben, könnten Baukosten in zweistelliger Millionenhöhe entfallen,“ sagte Groneck.

Der Umwelt-, Verkehrs- und Planungsausschuss der Stadt Niederkassel schloss sich dem Beschluss der Planungs- und Verkehrsausschüsse der Bundesstadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises an.