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30.07.2019

Senioren-Union im Braunkohlerevier Garzweiler

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Klimapolitik - geplante Energiewende - Thema Braunkohleabbau 

(Vho) - Die Klimapolitik, die geplante Energiewende und damit verbunden das Thema Braunkohleabbau ist zurzeit in aller Munde. Aus diesem Grund fuhr die Senioren-Union Niederkassel mit 48 hochmotivierten Teilnehmern zum Abbaugebiet Garzweiler, um sich vor Ort zum Thema zu informieren. Gisela Martensen von der RWE erläuterte den Besuchern den Abbau der Braunkohle im Rheinischen Revier. Der Konzern ist in der Region großer Arbeitgeber, von dem auch noch viele Zulieferer und damit weitere Arbeitsplätze abhängen. Braunkohle wird nicht nur zur Stromerzeugung verwendet, sondern auch zur Veredelung verschiedener Materialien, wie z.B. Aktivkohle, weiterverarbeitet. In Deutschland trägt die Braunkohle zu 22% zur Energieversorgung bei, während die Steinkohle 13%, die Kernenergie 12% und die erneuerbare Energieerzeugung ca. 30 % hierzu beitragen. Im Rheinischen Revier wurden und werden aus 500 qkm etwa 55 Mrd. Tonnen Braunkohle abgebaut/gewonnen, was Deutschland seit 70 Jahren unabhängig macht von Importen. Wenn in Deutschland keine Braunkohle mehr gefördert wird, muss ein Ersatz teuer importiert werden. Die kleinen Bagger fördern 24 Stunden rund um die Uhr pro Tag 70.000 Fest-Kubikmeter Braunkohle und der große Bagger 240.000 Fest-Kubikmeter. Die gewonnene Braunkohle wird über 200 km-lange Förderbänder zur Verladestation befördert, wo sie halbautomatisch in übergroße Waggons verladen und zu den verarbeitenden Kraftwerken abtransportiert wird. Zug um Zug nach der automatischen Trennung der Braunkohle vom umgebenden Lösboden-Material wird der Abraum im ausgebaggerten Bereich wieder verfüllt. Auf der einen Seite schichtweiser waagrechter Abbau und auf der anderen Seite Rekultivierung. So wurden im Bereich Königshoven große Flächen neu gewonnen, die bereits wieder ertragsreiches Ackerland sind. Genehmigt ist der Abbau der Braunkohle, die Umsiedlung der betroffenen Bewohner und der Abriss der von den Einwohnern verlassenen Dörfer. Bisher sind dies 6.000 Menschen, geplant sind 7.000. Es muss aber auch gesagt werden, dass einige Menschen die Umsiedlung und weiterhin den Abriss ihrer Häuser ablehnen. Im größten Dorf Immerath leben deshalb noch wenige Menschen, während die neu entstandene Stadt Kaster sowie Königshoven und der Weiler Hohenholz mittlerweile prosperierende Gemeinwesen auf der rekultivierten Landschaft sind. Auch leben wieder ca. 2.200 Tierarten hier, davon 62 verschiedene Insektenarten und sogar 400 Tiere, die schon auf der roten Liste bedrohter Tierarten stehen.

www.senu-ndk.de