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02.03.2018

Schwarzer Humor und glänzende Akrobatik

Eine Luftartistin und ein Bodenakrobat verlieben sich. Heraus kommt das außergewöhnliche „Duo Spirit“: Luiza Vorontsova und Dmitrii Vinokurov

Eine Luftartistin und ein Bodenakrobat verlieben sich. Heraus kommt das außergewöhnliche „Duo Spirit“: Luiza Vorontsova und Dmitrii Vinokurov

GOP zeigt die „Sprechstunde“

(msp) „Sind Sie wichtig?“ so die spontane Frage an den Gast in der ersten Reihe. Sascha Korf kennt sich als Wahl-Kölner bestens mit der rheinischen Mentalität aus und kann es sich erlauben so direkt zu fragen. Er ist die Stimme in der „Sprechstunde“, der neuen Show des GOP Varieté-Theaters in Bonn.

„Sprechstunde“ klingt ein wenig zu seriös, für das, was Sascha Korf alles vom Stapel lässt. Kein Thema ist tabu, selbst sein Privatleben bietet Spielfläche für den Moderator und Stand-up-Comedian. Stichworte kitzelt er aus dem Publikum und  sorgt - ohne weißen Kittel – für die beste Medizin: Lachen!

Einen wunderbaren Mitspieler hat er in Stefan Bauer gefunden.  Dieser lässt besonders gerne Luftballons zerplatzen. Gerne von Sascha Korf mit den Zähnen gehalten und mit seinem Diabolo attackiert. Die Performance des 26jährigen ist nicht nur technisch perfekt; sie sorgt auch für Kurzweil während der anderen Auftritte, die einen die Luft anhalten lassen.

Die Spannung der Show wird durch das fehlende Bühnenbild transportiert. Während die vergangene GOP-Show ein verspieltes Ambiente bot, kommt die Sprechstunde lediglich mit Lichtkunst aus. Die Künstler stehen ganz im Vordergrund und nichts lenkt das Auge ab. Dieser Minimalismus ist erfrischend klar und zeigt, dass Werner Buss, als künstlerischer Leiter, auch hier ein geschicktes Händchen hatte. Seine Akrobaten suchte er sich in aller Welt zusammen, um dem Publikum diesen optischen Reigen zu eröffnen.

Die Togni Brothers, Michael und Dario, zeigen, dass man nicht nur Kegel in die Luft werfen kann. Es ist der eigene Bruder, der hier durch die Luft wirbelt. „Ikarische Spiele“ so der Name der Darbietung, die viel Vertrauen in den Partner erfordert. Das Publikum kommt aus der Aufregung nicht heraus, die nächste Figur toppt die vorherige.

Ganz alleine und fast ohne Wort kommt Herr Niels aus. Nicht mal einen Vornamen braucht er, es reicht, ihn ehrfurchtsvoll als Herr Niels zu präsentieren. Herr Niels steht also an der Theke, wo keine ist, er kämpft gegen den Wind, der auf der Bühne nicht weht. So hat er ein schier endloses Repertoire als Visual Comedy entwickelt, welches ihn zu einem der gefragtesten seiner Zunft macht. Körperbeherrschung ist eine Sache, aber so originell verpackt, lässt sie die Zuschauer dahinschmelzen.

Die „Sprechstunde“ läuft bis 29. April 2018. Sascha Korf gibt seinen Platz ab dem 28.03.2018 an Roberto Capitoni weiter. Der schwäbische Halbsizilianer kündigt sich in 4D an: Sehen, Hören, Fühlen, Lachen.

Alle Informationen und Karten gibt es unter www.variete.de oder 0228 – 422 41 41.