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02.08.2018

Schildbürger und Hühnerbaron

Seit 1971 wohnt Helmut Höller an der Hauptstraße in Mondorf und seit 1996 gibt er hier bekannt, was für ihn wichtig ist

Seit 1971 wohnt Helmut Höller an der Hauptstraße in Mondorf und seit 1996 gibt er hier bekannt, was für ihn wichtig ist

Helmut Höller – seine Schilder kennt jeder Mondorfer

(msp) Immer wieder kommt es vor, dass Helmut Höller angesprochen wird. Oft ist es ein anerkennendes Lob und manchmal auch der Wunsch durch ihn beworben zu werden. Helmut Höller ist der Mann, der nun schon seit Jahren Schilder gestaltet, die in Mondorf Hinweis auf anstehende Feierlichkeiten geben. Willi Schmitz, dem der Schilder-Zaun gehört, hatte nie was dagegen.

Begonnen hat alles mir der EM 1996. Helmuts Frau Elisabeth ist Niederländerin und dies nahm er zum Anlass eine erste orange Dekoration zu erstellen. Mit den Jahren trieb er es immer bunter; züchtete auf der Fensterbank seine eigenen orangen Tagetes um sie den Sommer über im Vorgarten erstrahlen zu lassen. Lokale Vereine traten an ihn heran und so kam ein Veranstaltungshinweis zum nächsten. Pendler erwarten schon immer seine nächsten Schilder.

Mittlerweile hat er einen ganzen Ordner voll Fotos. Jeder Veranstaltungshinweis wird bildlich festgehalten. Dazwischen sogar Autogramme von dankbaren Prominenten, denen er auf seinen Schildern gratuliert hat.

Einige Schilder kommen immer wieder zum Einsatz. „Do jommer hin“, „Heute“ oder der rote Pfeil. Damit auch jeder Vorbeifahrende seine Erinnerung wahrnimmt.

Sonst sind die Schilder Unikate. Um die Schilder zu fertigen, braucht er circa zwei Tage, wie beispielsweise für den Aero-Club Rheidt. Die Buchstaben werden auf Hohlraumplatten ausgelegt und die Konturen nachgezeichnet. Dann angemalt. Dies macht Helmut Höller im Carport. Dabei genießt er Radiomusik und freut sich über die Anerkennung, die ihn immer wieder erreicht.

Was ist mit Vandalismus? Helmut Höller genießt höchsten Respekt. Nur einmal wurde ihm seine Spanienfahne geklaut. Ob Spanienhasser oder –freund? Er weiß es nicht. Als er dann eine neue am Haus befestigte, fehlte diese auch nach kurzer Zeit.

Und Schreibfehler? Hier gab es einen. Der wurde aber korrigiert, bevor das Schild zum Einsatz kam.

Der 74jährige pflegt noch ein weiteres Hobby. Im Garten hat er sein selbstgezogenes Gemüse. Kartoffeln hat er schon ausgemacht. Bald sind die Kürbisse reif.

Den Salat haben ihm seine Hühner weggefressen. Helmut Höller hatte vergessen die Stalltüre zu schließen. Auch das passiert. Aber er konnte ja den Hühnern dafür nicht böse sein.