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10.10.2018

Machbarkeitsstudie zog die Bürger ins Rathaus

Christoph Groneck,  Christoph Lütz, Dr. Arndt Lagemann und Helmut Esch stellten sich den Fragen der Bürger 

Christoph Groneck,  Christoph Lütz, Dr. Arndt Lagemann und Helmut Esch stellten sich den Fragen der Bürger 

Wertverlust und Lärm befürchtet

Von Dieter Hombach

Es war das zweite Mal, das Christoph Groneck vom Referat Wirtschaftsförderung des Rhein-Sieg-Kreises und Christoph Lütz von der Vössing Ingenieurgesellschaft die Ergebnisse der technischen Machbarkeitsstudie zum öffentlicher Nahverkehr Bonn-Niederkassel-Köln vorstellten. Gab es schon bei der ersten Präsentation in der Aula des Gymnasiums ein sehr großes Interesse, so hatte man bei der zweiten Vorstellung im Sitzungssaal des Rathauses das Bürgerinteresse unterschätzt. Obwohl es, wie vorher kommuniziert, nicht viel Neues gab und auch keine Beschlüsse gefasst werden konnten, knubbelten sich die Besucher bis vor die Türe des Ratssaales. Helmut Esch, der 1. Beigeordnete der Stadt Niederkassel, begrüßte gemeinsam mit dem Leiter für Bauaufsicht und Stadtplanung, Dr. Arndt Lagemann, die vielen interessierten Besucher. Auch wenn es substanziell wenig Neues gab, so hatten sich bei etlichen Anwohnern Planungen, Vermutungen und vermeintliches Wissen zu einer Gemengelage entwickelt, die bei den Betroffenen die Emotionen hochkommen ließ. Welchen Weg eine Stadtbahn in Richtung Köln und Bonn nehmen könnte, ist noch mehr als ungewiss. Derzeit plant und untersucht man, die Gleise der RSVG zu nutzen und diese bis nach Bonn zu führen. In nördlicher Richtung möchte man die Strecke bis nach Zündorf verlängern. Über allen Planungen steht aber eine Nutzen-Kosten Untersuchung, mit der nachgewiesen werden muss, das sich das Projekt volkswirtschaftlich amortisiert. Die meisten Besucher befürworteten die Stadtbahn. Gegner des Projekts waren direkte Anlieger, die einen Wertverlust ihrer Grundstücke befürchten. „Die Bahn fährt bei mir durch den Garten. Wie wollen sie den Wertverlust ausgleichen?,“ so ein Niederkasseler Bürger. „Wir wollen durch den Verkehr der Stadtbahn zukunftsweisend, ökologisch und nachhaltig sein. Wir haben die Trasse und brauchen nur wenig Grunderwerb. Auch ist kein Park&Ride System geplant,“ so Dr. Lagemann. Zudem sieht er keinen Wertverlust, sonder eine Wertsteigerung bei Grundstücken und Immobilien, da Niederkassel prognostisch bis 2040 die höchste Zuwachsrate des Rhein-Sieg-Kreises haben wird. Eine Rheidter Bürgerin vermisste ein Schallschutzprogramm und befürchtete einen Kahlschlag bei der Gleiserweiterung. „Stadtbahn heißt, in der Stadt liegende Haltestellen. Da müssen wir durch die Orte durchfahren. Die Trasse ist ja da. Schallschutz muss den Vorgaben entsprechen. Bei einer reinen Stadtbahn gibt es weniger Lärm. Zudem können die Gleise begrünt und für gefällte Bäume andere neu gepflanzt werden. Durch den Einsatz eines Stadtbahnzuges mit 350 Personen bekommen wir rund 230 Auto von der Straße, die wesentlich mehr Lärm und Abgase erzeugen,“ sagte Dr. Lagemann. Fragen über Fragen wurden an diesem Abend gestellt, wobei das Interesse der Fragensteller sehr unterschiedlich war. „Wir können bisher keine konkreten Aussagen, weder zur Linienfindung noch zu einem Zeitrahmen machen, da das Verfahren noch völlig offen ist. Wir schweben im luftleeren Raum“, so Christoph Groneck. Vieles hängt von der geplanten Autobahnanbindung ab und vom Weg, den die Güterzüge der Evonik zukünftig nehmen werden. Herauszuhören war allerdings, dass man keinen Mischbetrieb mit Eisenbahngüterzügen und Stadtbahn möchte und eine Rheinquerung mit Schienenanbindung für dringend geboten hält. Nach gut zwei Stunden war die Infoveranstaltung zu Ende. Wie angekündigt, wurden keine Beschlüsse gefasst, sondern lediglich Anregungen aufgenommen, die in das Projekt einfließen könnten. Die nächste Einladung zur Machbarkeitsstudie findet 2019 nach der ersten Ratssitzung statt. Dann werden schon neue Ergebnisse zur zukünftigen Verkehrsführung vorliegen.