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02.07.2019

Exkursion der Klasse 9a

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Besuch im NS-Dokumentationszentrum berührt KGN-Schüler sehr    

Am Dienstag, den 25.06.2019 machte die Klasse 9a unter der Leitung von Frau Thiesen und Herrn Nastke eine Geschichts-Exkursion zum EL-DE-Haus in Köln. Für die Führung wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt. Das EL-DE-Haus (Leopold-Dahmen-Haus) sollte ursprünglich von der Familie Dahmen für Wohn- und Geschäftsräume verwendet werden. Jedoch wurde es im Sommer 1935 von der Gestapo beschlagnahmt. Diese baute einige Büroräume und im Keller entstand ein Gefängnis mit zehn Zellen. Die meisten Häftlinge waren Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter und Menschen aus Widerstandsbewegungen, wie z.B. die Edelweißpiraten. Bis zu 30 Häftlinge wurden in eine 5,2 bis 9,3 Quadratmeter große Zelle gesperrt. Wir konnten uns die Originalbauten ansehen und uns somit sehr gut in die Lage der Häftlinge hineinversetzten. In den Gefängniszellen mussten diese aneinandergereiht stehen und konnten sich kaum bewegen, aber wenn sich jemand bewegen wollte, dann musste sich die ganze Menge ebenfalls bewegen. Essen gab es nur wenig und die Möglichkeiten, sich zu waschen, hielten sich ebenfalls in Grenzen. Auf dem Innenhof des Hauses gab es Massenhinrichtungen, die oft ohne Urteil vorgenommen wurden. Die Flucht aus dem Haus war so gut wie unmöglich, da die Ausgänge an Fußgängerwegen inmitten der Kölner Innenstadt grenzten. Oftmals wurden Flüchtende von Passanten zurück in das Gefängnis gebracht, da diese der Überzeugung waren, dass die Gefangenen schwere Verbrechen begangen hätten und somit zu Recht gefangen gehalten würden. Im Keller konnten wir uns originale Inschriften der Häftlinge ansehen, die aus Verzweiflung und Angst mit jeglichen Mitteln an die Wände geschrieben wurden. Es gab Schriften in allen möglichen Sprachen wie Deutsch, Polnisch, Russisch, Ukrainisch und Französisch. Es war erschreckend zu sehen, wie viel Hoffnungslosigkeit ausgedrückt wurde und wie sich die Menschen unter solchen Umständen gefühlt haben. Es gab Nachrichten, in denen Tage des Überlebens gezählt wurden, andere, die an Familie und Freunde gingen, und Abschiedsbriefe. Außerdem wurde uns von einer schwangeren Französin erzählt, die ihr Kind abgeben musste, grauenhaft behandelt wurde und letztendlich gestorben ist. Die Tochter ist heute glücklicherweise noch am Leben, doch auch sehr viele Mütter mit ihren Kindern sind im Haus gequält worden und gestorben. Somit kamen wir zum Ende der Führung und waren uns einig, dass diese sehr berührend war, denn wir waren alle leicht mitgenommen. Trotzdem war der Ausflug äußerst informativ und hat uns sehr gefallen, sodass wir das Museum weiterempfehlen würden.

 Bericht von Keira Lülsdorf, 9a