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21.03.2019

Erdgasumstellung auf H-Gas in Niederkassel ab Oktober 2019

Thorsten Schmidt, Petra Grebing, Julia Schade und Steffen Hombach (v.l.) erklärten den Bürgern den Ablaufplan der Erdgasumstellung

Thorsten Schmidt, Petra Grebing, Julia Schade und Steffen Hombach (v.l.) erklärten den Bürgern den Ablaufplan der Erdgasumstellung

Informationsveranstaltung im Rathaus

Von Dieter Hombach

Rund 40 Niederkasseler Bürger kamen am Donnerstagabend in den Sitzungssaal des Niederkasseler Rathauses, um sich hier aus erster Hand über die Erdgasumstellung von L-Gas auf H-Gas zu informieren. Begrüsst wurden die Besucher von Dr. Arndt Lagemann, Fachbereichsleiter Bauaufsicht, Stadtplanung und Umwelt. Auf dem Podium hatten Dipl.-Ing. Petra Grebing, Energieberaterin der Verbraucherzentrale NRW, Torsten Schmidt, Geschäftsführer der Energieagentur Rhein-Sieg, Steffen Hombach, Teilprojektleiter Umstellung sowie  Julia Schade, Ingenieurin und Projektleiterin Marktumstellung bei Rhein-Sieg-Netz, Platz genommen. Schade erklärte den Bürgern, die der Umstellung sehr skeptisch und teilweise ablehnend  gegenüberstehen, den Grund der Umstellung und dessen weiteren Verlauf. So sei die Förderung von L-Gas in Deutschland und den Niederlanden  seit Jahren rückläufig und wird bis 2030 fast vollständig eingestellt. Um eine maximale Versorgungssicherheit dauerhaft zu gewährleisten, wird das mittelfristig zu Neige gehende L-Gas frühzeitig durch H-Gas ersetzt. Damit die Gasgeräte auch mit H-Gas gewohnt zuverlässig funktionieren, müssen die Geräte angepasst werden, meist durch den Austausch der Düsen. H-Gas steht für high caloric gas (hoch kalorisches Gas mit hohem Brennwert) und stammt zu einem großen Teil aus Norwegen und Russland. H-Gas habe weder Vor- noch Nachteile für den Verbraucher, sagte Schade auf Nachfrage.  In Niederkassel müssen 9620  Geräte umgestellt werden, eine noch nie dagewesene Herausforderung, die auch von der Stadt Niederkassel informativ begleitet und unterstützt wird. Warum denn der eigene Installateur, der die Anlage ja wartet und kenne, diese Umstellung nicht vornehmen dürfe, war eine der Fragen an Julia Schade. „Wir haben alle heimischen Installateure angeschrieben. Als diese aber vernahmen, dass wir nur pauschal bezahlen und nicht nach Aufwand, kam leider keine Rückmeldung“, so Schade. Die Marktraumumstellung, d.h. die schrittweise Anbindung des L-Gas-Netzes im Norden und Westen Deutschlands, betrifft ca. 5-6 Millionen Gasgeräte. Das bedeutet für die nächsten 10 Jahre eine jährliche Umstellung von rund 550 000 Geräten, für die 800 Monteure gebraucht werden, aber derzeit nur 360 ausgebildete Monteure auf dem Markt sind. Von den Geräten in  Niederkassel sind 94% jünger als 30 Jahre und bei diesen Geräten dürfte die Umstellung keine Probleme bereiten. Allerdings gibt es auch Geräte, die durchs Raster fallen, wie das älteste überprüfte Gerät aus dem Jahr 1960.  Für Niederkassel  wurden 1930 verschiedene Gerätetypen ermittelt, von denen 40 % nur einmal vorkommen. Nach derzeitigem Stand sind 111 Geräte aus verschiedenen Gründen nicht anpassbar und die betroffenen  Kunden werden darüber informiert. Sollte die Anpassung scheitern, weil es keine Ersatzteile (Düsen) mehr gibt, so muss sich der Kunde ein neues Gerät kaufen. Lassen sich bei der Überprüfung sicherheitsrelevante Mängel feststellen, z.B. Geräte ohne Zulassung in Deutschland oder CO im Abgas mehr als 1000 ppm, dann wird die Anlage durch den Monteur gesperrt. Der Kunde erhält einen Mängelschein und muss die Anlage binnen 4 Wochen instand setzen lassen. Aufgrund der vielen verschiedenen Geräte werden die eingesetzten Monteure der zertifizierten Unternehmen  herstellerspezifisch  eingesetzt und können auch auf eine große Datenbank der jeweiligen Hersteller zugreifen. Zudem bittet der Netzbetreiber die Kunden um Vorsicht. So sollte man niemals fremden Menschen leichtfertig Zutritt zur Wohnung gestatten. Die Monteure müssen sich unaufgefordert ausweisen. Bevor der Monteur zu einem Termin kommt, bekommt der Kunde einen Zutrittscode zugeschickt,  den der Monteur ebenfalls auf Nachfrage nennen kann. „Wir sind die Pioniere in Niederkassel. Wenn mal etwas nicht funktioniert, dann profitieren die anderen davon. Aber Weihnachten sitzen wir alle wieder im Warmen“, so Dr. Lagemann, zu den noch skeptischen Besuchern der Veranstaltung.  

      

 

Die nächste Sprechstunde der Energieberatung Rhein-Sieg-Kreis findet am 21. März 2019, von 14-16.00 Uhr, im Raum 23 der Niederkasseler Rathauses statt.

Ablaufplan für die Umstellung von  L-Gas auf H-Gas:

Erhebung

Beginn im Juli 2018

Ende ist der Schalttermin am 01.10.2019

Anpassung:

Beginn: Juli 2019

Schalttermin: 1.10.2019 (Tag der H-Gas Schaltung)

Ende: Dezember 2019

 

Überprüfung bzw. Qualitätssicherung während der Erhebung- und Anpassungszeiträume

Weitere Info gibt es unter : www.erdgasumstellung.rhein-sieg-netz.de