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22.02.2019

BAU – Dein Ding

Ein virtueller Flug über eine Baustelle begeisterte die Schüler 

Ein virtueller Flug über eine Baustelle begeisterte die Schüler 

Handwerk und Industrie werben um  Berufsanfänger

Von Dieter Hombach  

Gregor Patora und Hans-Günter Gonstala sind seit drei Jahren gemeinsam mit einem Projekt der Industrie unterwegs: dem BauBus. Dieser multimedial ausgebaute Linienbus fährt von Schule zu Schule und präsentiert interessierten Klassen auf anschauliche Weise die zahlreichen Berufe am Bau. Der Bus enthält neben verschiedenen bauhandwerklichen Aufgaben wie ferngesteuerter Mini-Bagger, Geräusche-Rätsel, Fühlkasten und Gewichteschätzen, auch mehrere spannende Multimedia-Elemente. Auch für Nervenkitzel ist gesorgt, denn mit dem BauBoard können die Schüler eine bewegende Fahrt über eine Baustelle virtuell erleben. Wem das nicht reicht, der kann sich auch mit einem fiktiven Bungeesprung in der BauBox  von einem 70 Meter hohen Baukran stürzen. „So möchten wir das Interesse der Schüler für die Berufe mit Zukunft wecken“, so Gregor Patora. Am Donnerstag machte der BauBus Station in der Gesamtschule Niederkassel. Lehrerin  Maren Wiederrecht begleitete die Schüler der 8. Klasse bei ihrem erlebnisreichen Gang durch den Bus, der im Inneren einem überdimensionalen Kanalrohr ähnelte. Anschaulich wurden hier den Schülern die Berufsfelder Bau, Architektur und Vermessung nähergebracht. „Wir versuchen mit unserem Engagement die Schüler auf spielerische Weise an über 20 Bauberufe heranzuführen. Dringend gesucht werden zurzeit u.a. Straßenbauer, Kanalbauer, Industrieisolierer, Gleisbauer und Rohrleitungsbauer. Hier können die Schüler aktiv ausprobieren, ob sie für diese Berufe die notwendigen Fähigkeiten besitzen“, so Ausbildungsberater Stefan Roeder vom Ausbildungszentrum  der Bauindustrie NRW in Kerpen. Auf Arbeitgeberseite war am Donnerstag der Kölner Niederlassungsleiter der Firma EUROVIA, Ralf Karg, mit zur Gesamtschule gekommen. Karg vertritt mit der EUROVIA ein großes bundesweit tätiges Unternehmen, welches die komplette Wertschöpfungskette im Verkehrswegebau in Deutschland abdeckt. Auch sein Unternehmen spürt den Fachkräftemangel deutlich. „Wir bieten den jungen Menschen, die sich hier vor Ort ein Bild von der Berufsvielfalt im Bauhandwerk gemacht haben, ein dreiwöchiges Praktikum an. Dabei können dann beide Seiten sehen, ob der angesteuerte  Berufsweg der Richtige ist“, so Karg. Darüber hinaus wurden den Schülern die Möglichkeiten ihres beruflichen Weiterkommens vermittelt und auch auf die guten Verdienstmöglichkeiten, schon in der Ausbildung, hingewiesen. Die Besetzung freier Lehrstellen gestaltet sich schwierig, sagte Hans-Günter Gonstala. Während dringend Facharbeiter und Gesellen im Handwerk gesucht werden, haben offensichtlich viele Schüler andere Vorstellungen von ihrer beruflichen Zukunft. So konnte sich am Donnerstag nur einer von fünf zufällig befragten Schülern einen Beruf im Handwerk vorstellen. Drei sehen ihre Zukunft im IT-Bereich und eine Schülerin wollte etwas Kreatives machen. Die von der Berufswahlkoordinatorin Martina Nimz organisierte Veranstaltung hat vielen Schülern einen Einblick in Berufe verschafft, von denen sie bisher wenig gehört hatten. Wie sie sich letztlich in zwei Jahren entscheiden werden, bleibt abzuwarten.