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07.03.2018

Aalschokker "Maria Theresia" auf der Lux Werft

Der alte Mast liegt bereits längsseits neben dem Schiff und die Arbeiten für die Restaurierung haben begonnen       

Der alte Mast liegt bereits längsseits neben dem Schiff und die Arbeiten für die Restaurierung haben begonnen       

Zwecks Säuberung und Instandhaltung verlässt das Schiff seinen Platz im Sieg-Altarm Diescholl 

(Li) Der Aalschokker "Maria Theresia", der 1982 von Fischerbruder und Eigentümer Matthias Mertens der Bergheimer Fischereibruderschaft vermacht wurde und seine Heimat als Denkmal der Stadt Troisdorf auf dem Sieg-Altarm Diescholl hat, hat nach mehr als 30 Jahren seinen Liegeplatz verlassen. Das historische Schiff liegt seit dem Hochwasser vor Weihnachten (2017) auf der Lux Werft und Schifffahrt GmbH in Niederkassel-Mondorf. Die "Maria Theresia" kann trotz eines Flachbodens und eines Tiefgangs von 45 bis 50 cm das Diecholl nicht verlassen und hat nur bei Hochwasser die Möglichkeit in die Sieg zu gelangen. Nachdem der Aalschokker, mit Hilfe eines Motorschleppers der Lux Werft, per Schubfahrt von der Sieg über den Rhein das Werftgelände erreicht hatte, hieß es für die Fischerbrüder zunächst den Rumpf innerhalb von 24 Stunden mit Hochdruck zu säubern, ansonsten trocknet alles fest und ist sehr schwer zu entfernen. 

Diese, meist mit viel Schmutz verbundene Tätigkeit wurde unter anderem von Sebastian Schell (Beisitzer) und Mario Engels (Pressesprecher) ausgeführt. Auch mechanische Teile wurden mit Drahtbürsten und reichlich Fett wieder gangbar gemacht.

Professionelle Hilfe wird allerdings der neue Mast brauchen, da das Fichtenholz des alten Mastes tiefe Risse aufweist. Hier ist die Zimmerei Mandt, die bereits 1987 den Mast auf das Schiff setzte, mit all ihrer Routine der Ansprechpartner. Ebenfalls wird die Überholung sowie der Anstrich des Schiffsrumpfes (Airless-Technik) von Profis fachgerecht durch Partner der Lux Werft durchgeführt.          

1. Brudermeister Günter Engels "Wir haben das Schiff 1987 zum letzten Mal aus dem Wasser geholt und haben auf der Lux Werft erfahren, dass das 1894 erbaute Schiff noch in einem tollen Zustand ist. Bevor so ein Denkmal verrottet wollte die Bruderschaft anstehende Arbeiten erledigen, damit das Schiff der Nachwelt erhalten bleibt". Nach der Restaurierung wechselte das Schiff auf den Liegeplatz im Diescholl, unterhalb des Museums.   

Der Aaalschokker wurde 1894 als Frachtschiff in den Niederlanden (Insel Schokland) gebaut. 1941 kauft die Familie Mertens aus Bergheim das Schiff. Die Besitzer tauften das Schiff nach den Vornamen der beiden Ehefrauen Marie und Theresia. Bis Mitte der 50er Jahre stellten die Fischer mit Keulenetzen den Wanderfischen nach. Dabei legten sie lange Netze mit Fangbäumen seitlich des Schiffes aus. Aale schwammen hinein und fanden nicht mehr heraus. Mit 18m Länge und 4,50m Breite ist das Schiff seit 1986 das einzige bewegliche Denkmal in der Denkmalliste der Stadt Troisdorf sowie das größte Exponat des Fischereimuseums.